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Wirtschaft

Die WM und die eher bescheidene Bilanz für die deutsche Wirtschaft

Die Fußball-Weltmeisterschaft zieht oft große Aufmerksamkeit auf sich, doch die erhofften wirtschaftlichen Impulse bleiben aus. Eine genauere Analyse zeigt, dass die deutsche Wirtschaft kaum profitiert.

vonJulia Richter10. Juli 20263 Min Lesezeit

Die Fußball-Weltmeisterschaft, ein Spektakel, das nicht nur Fans, sondern auch Wirtschaftsexperten und -analysten in seinen Bann zieht, hat in der Regel eine gewisse wirtschaftliche Euphorie zur Folge. Das Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit, die hohen Einschaltquoten und die damit verbundenen Werbeeinnahmen erklären die Erwartungen, die an solche Großereignisse geknüpft sind. Doch bei der aktuellen Weltmeisterschaft in Deutschland sind diese Erwartungen, die wie ein aufblühender Garten erscheinen, eher wie Vertrocknungen unter der glühenden Sonne. Die Frage bleibt, ob die deutsche Wirtschaft in der Lage ist, mehr als nur ein paar schöne Bilder aus den Stadien zu ernten.

Die Vorbereitungen auf die WM haben bereits einige Diskussionen über Investitionen und den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen angestoßen. Hotels, Restaurants und der Einzelhandel wurden als die Hauptnutznießer ausgemacht. Man stellte sich vor, wie Touristenströme in die Städte kommen, um nicht nur den Fußball zu feiern, sondern auch das kulturelle Angebot zu genießen. Doch die Realität sieht anders aus. Der Tourismussektor, der vor der Pandemie bereits mit heftigen Herausforderungen zu kämpfen hatte, hat bedauerlicherweise nicht die erhofften Zuwächse verzeichnen können. Die Anreise und Übernachtungskosten haben sich für viele als unerschwinglich erwiesen und die Gäste bleiben aus, während die Einheimischen sich in den Biergärten versammeln, um der WM im Fernsehen zuzusehen, anstatt ihre eigenen Stadien zu besuchen.

Eine weitere Facette dieser wirtschaftlichen Misere ist der Einzelhandel, der sich erhofft hatte, durch Fanartikel und andere WM-bezogene Produkte zu profitieren. Allerdings bleibt die Nachfrage hinter den Erwartungen zurück. Das Phänomen, dass die Menschen zwar begeistert sind, jedoch nur spärlich Geld für Merchandise ausgeben, zeigt sich besonders in der Abwesenheit von Live-Veranstaltungen. Die reduzierten Budgets für Freizeitaktivitäten nach den Bund-Länder-Beschlüssen führen dazu, dass viele Anhänger ihre Ausgaben für die WM auf ein Minimum beschränken. So bleibt der Einzelhandel, der sich auf den großen Verkaufsschwung vorbereitet hatte, in einem Zustand der Hoffnungslosigkeit gefangen.

Selbst die Werbeindustrie, die sich darauf spezialisiert hat, die Emotionen der Zuschauer während eines solchen Events zu individualisieren und zu monetarisieren, begegnet dem Phänomen der unterdrückten Wertschätzung. Die großen Marken, die sich normalerweise in voller Pracht präsentieren, haben aufgegeben und sich auf die Nische der Digitalwerbung zurückgezogen. Die Einschaltquoten sind zwar nicht völlig enttäuschend, aber die Werbeeinnahmen, die oft die goldene Krone des Erfolgs sind, bleiben hinter den Prognosen zurück. Die Werbestrategien sind weniger originell, da sie in einer Zeit der wirtschaftlichen Unsicherheiten an den Rand gedrängt wurden, an dem Nachhaltigkeit und ethisches Konsumverhalten längst nicht mehr die Herzen der Konsumenten gewinnen können.

Angesichts dieser Entwicklungen ist es schwierig, eine optimistische Prognose für die deutschen Unternehmen abzugeben, die sich im Umfeld der WM positionieren möchten. Der Sport hat unbestritten die Macht, Menschen zu vereinen, aber die ökonomischen Probleme, die die Gesellschaft plagen, sind nicht einfach durch den Zauber eines Balles zu lösen. Der Druck auf die Wirtschaft lastet schwer, und der Fußball, einst als das große Hoffnungsträger-Argument in der Wirtschaftspolitik ins Feld geführt, hat die Realität schon längst überholt. Die Glaubwürdigkeit und die Umsätze der Veranstaltungswirtschaft stehen auf dem Spiel, und das Publikum, das sich auf die Tribünen verirrt hat, ist nicht gleichbedeutend mit dem erhofften wirtschaftlichen Aufschwung.

Die Realität ist so, dass die Wirtschaft von der WM nur marginal profitiert, was in einem Land wie Deutschland, das in der Vergangenheit so stolz auf seine sportlichen Erfolge war, eine gewisse Ironie trägt. Es bleibt zu hoffen, dass die deutsche Wirtschaft, die den Fußball vor dem großen Spektakel mit offenen Armen empfangen hat, nicht auch noch die Rückblenden der enttäuschten Erwartungen erleidet. Wenn das nächste große Turnier vor der Tür steht, werden die Lehren aus dieser WM sicher Teil der Überlegungen sein. Abgesehen von einem paar emotionalen Momenten scheint es, als hätte die WM der deutschen Wirtschaft mehr geschadet als genützt, ein Szenario, das bei glanzvollen Sportveranstaltungen nur allzu oft in den Hintergrund gerät, während man sich dem Jubel der Zuschauer widmet.

Der sachte Abstieg der wirtschaftlichen Vorteile lässt eine bittere Frage zurück: Ist der Hochglanz des Fußballs wirklich so wertvoll, wenn der wirtschaftliche Nutzen sich in einem schüchternen Lächeln verliert? Die Antwort könnte in den gesichteten Buchhaltungsunterlagen der nächsten Quartale verborgen liegen, während die Stadien geputzt und die Erinnerungen an ein weiteres WM-Festival verblassen.

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